Die FDP/KSG-Fraktion fordert, die Arbeiten an der Deutzer Brücke und der Mindener Straße künftig auch in den Nachtstunden durchzuführen. Darüber hinaus soll Nachtarbeit bei Sanierungen an wichtigen Brücken und anderen zentralen Infrastrukturprojekten künftig zum Regelfall werden. Ein entsprechender Antrag wird in der kommenden Sitzung des Hauptausschusses beraten.
„Jeder Tag, den eine solche Baustelle früher fertig wird, ist ein Gewinn für Pendler und Pendler, Anwohnerinnen und Anwohner und den Wirtschaftsstandort Köln“, erklärt Roberto Campione, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Fraktion. „Wir können es uns nicht länger leisten, monatelang nur tagsüber zu bauen und den Verkehr über Jahre hinweg lahmzulegen.“
Die Fraktion verweist dabei auf das Beispiel der italienischen Stadt Genua. Nach dem Einsturz der Polcevera-Brücke wurde dort rund um die Uhr gearbeitet. Das Ergebnis: Der Neubau war nach weniger als anderthalb Jahren fertiggestellt. „Warum sollte das, was in Genua funktioniert, nicht auch in Köln, der ‚nördlichsten Stadt Italiens‘ funktionieren“, fragt Campione. „Wenn dort 24 Stunden am Tag gebaut werden kann, um die Menschen schnell wieder mobil zu machen, dann sollten wir uns daran ein Beispiel nehmen.“
Aus Sicht der FDP/KSG bietet das Landes-Immissionsschutzgesetz genügend Spielraum, wenn ein erhebliches öffentliches Interesse besteht. „Natürlich müssen die Interessen der direkten Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt werden. Aber wir dürfen auch die Interessen der hunderttausenden Pendlerinnen und Pendler nicht vergessen, die täglich unter den Folgen jahrelanger Baustellen leiden.“
Für Campione ist deshalb klar: „Wir müssen endlich umdenken. Lieber für einen begrenzten Zeitraum auch nachts arbeiten als Baustellen über viele Monate oder Jahre künstlich in die Länge zu ziehen. Köln braucht mehr Tempo bei seinen Infrastrukturprojekten.“